Der MAdP bei Ende Gelände im Interview

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Bewusst provokant, betont friedlich: Mister Meeseeks (links) und sein Kollege vom militanten Arm der Partei „Die Partei“. ((c) das Lamm)

Unser militanter Arm der PARTEI nahm auch am Aktionswochenende Ende Gelände teil. Ihr auftreten blieb vor Ort nicht unbemerkt.

„Uns bleibt nur der Körper zum Widerstand.“ Ein Stimmungsbild aus dem Klimacamp von Ende Gelände beim Hambacher Forst

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Einiges bedrohlicher sehen Mister Meeseeks und sein Kollege aus. Die beiden tragen Beret, Uniform und Springerstiefel und mögen so gar nicht in dieses Camp passen, das sich immer ein bisschen wie eine Wohlfühloase für AussteigerInnen anfühlt. Am ehesten würde man die beiden Uniformierten wohl in einer Bürgerwehr oder an einer Waffenshow in den USA erwarten. „Es sind bereits Leute auf uns zugekommen und haben uns gefragt, ob man vor uns Angst haben muss“, sagt Mister Meeseeks.

Doch der Schein trügt: Hinter der Verkleidung befinden sich die zwei Mitglieder des „militanten Arms der Partei ‚Die Partei‘. Die Partei ist eine Kleinpartei, welche von den RedakteurInnen des Satire-Magazins Titanic gegründet wurde. Parteivorsitzender ist der deutsche Satiriker Martin Sonneborn, welcher 2014 auch ins Europaparlament gewählt wurde. Im Kreisverband Koblenz von Die Partei gründete Mister Meeseeks dann den militanten Arm. Konkret bedeutet das: „Wir helfen vor und nach den Veranstaltungen und bekommen dafür Freigetränke.“

Sie seien hier, um zu helfen. „Wir laufen im Camp herum und wollen helfen. Aber es hat ja genug Helfer, also laufen wir halt den ganzen Tag auf dem Zeltplatz rum.“ So erklärt sich auch der Deckname Mister Meeseeks. Dieser ist an die Animationsserie „Rick and Morty“ angelehnt. Die Meeseeks sind Helfer für genau eine Aufgabe, bevor sie sich glücklich selber zerstören und verschwinden. Ein Meeseek, der seine Aufgabe nicht erfüllen kann, verzweifelt hingegen und wird wahnsinnig.

Natürlich merken sie, dass sie wegen ihrer Uniform komisch angeschaut werden. „Bei den Polizisten ist es lustig, die wissen nie, ob sie uns salutieren oder durchsuchen sollen“, schmunzelt Mister Meeseeks. Ihre politische Haltung sei derjenigen der extremen Linken recht nah, aber: „Wir möchten der bürgerlichen Mitte eine Alternative zum Bild des steinewerfenden ‚Schwarzen Blocks‘ bieten“. Ob das in dem Aufzug gelingt, sei dahingestellt. Aber die beiden sind – wie die ganze Aktion – betont friedlich. Sie sagen jedoch auch: „Mit dem zivilen Ungehorsam zeigt man, dass es hier noch Leute gibt, die sich für die Umwelt interessieren und sorgt vielleicht dafür, dass es nicht schlimmer wird.“

Ob sie aber an der Aktion am Samstag teilnehmen werden, lassen sie offen.